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Verkehr am See?

Wie rasch wollen Sie mit dem Auto an den See fräsen können? Wie viele Autos wollen Sie am See, bei der Badi, beim Park, beim Hafen? Die Antworten sind klar. Alle Romanshorner mit Weitblick wissen, dass das ganze Gebiet am See – unsere wertvolle Erholungszone – mit Sorgfalt und Vernunft geschützt werden muss. Wir, in der „Stadt am Wasser“ wollen dem See entlang auf keinen Fall städtische Verhältnisse, wir wollen wenig Verkehr, wenig Lärm, wenig Bewegungen, usw. – Deshalb müssen wir jetzt aufpassen. Der Romanshorner Gemeinderat plant eine Strasse, die direkt mehr Verkehr an den See bringen würde. Der Gestaltungsplan Reckholdern, der noch bis am 2. April öffentlich aufliegt, zeigt die Absicht: Eine neue breite Strasse soll von der Reckholdernstrasse (zwischen den Schulhäusern und Holzenstein), durch die Wiese, gegen den See hinab geführt werden, sich mit der Hinterloh kreuzen, und dann in die Hinterwiesenstrasse (mit der Bahnunterführung) einmünden.

Die neue Strasse würde natürlich das Hinterlohquartier vom Verkehr etwas entlasten. Sie würde gleichzeitig aber enorm Verkehr anziehen und damit das ganze Ufergebiet, den Seeweg, die Badstrasse usw belasten und verwüsten. Nicht nur würde der Verkehr von und zur Hydrel, von und zum Seebad und Minigolf und zu anderen möglichen Parkplätzen über diese direkte Verbindung ‚fliessen’, sondern auch viele ziellose „Sprütz-Fährtli“ anziehen.

Das Hinterlohquartier und die zukünftig zu überbauende Reckholdern Wiese sind sehr schöne Wohnquartiere, die nicht mit einer breiten Verkehrsstrasse durchschnitten werden dürfen. Dabei ist klar, dass das Reckholdern Areal aber erschlossen werden soll. Dies muss mit einem kurzen Strassenstück geschehen, das keinen durchgehenden Verkehr erlaubt (Sackgasse mit Wendeplatz plus Fussgänger- und Veloweg).

Die vorgeschlagene Strasse wäre ein Schildbürger-Streich, mit dem wir uns ins eigene Fleisch schneiden würden. Wir Romanshornerinnen und Romanshorner wollen keine Strassen, die eigentlich nur dem Strassenbau-Gewerbe etwas bringen und gleichzeitig aber die schöne Erholungszone am See belasten würde. Der Gemeinderat muss im Interesse der ganzen Bevölkerung umdenken.

Urs Gessner, Grünes Forum Romanshorn März 2002

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