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GRUENES FORUM ROMANSHORN PRÄSIDIUM JAHRESBERICHT
2002
Eine erfreulich grosse Anzahl Grüner traf sich regelmässig am ersten Mittwoch des
Monats an der Rütistrasse zu immer spannenden und intensiven Sitzungen. Einige neue und
junge Gesichter wie Daniel Anthenien, Serman Akbati und Björn Böller nebst einem
älteren, nämlich Bettina Scott, verliehen der Gruppe frischen Wind. Dies ist für mich
als Präsident eine enorm wichtige Tatsache, und ich hoffe, dass es uns gelingt, diese
Kräfte immer stärker ins Forum einzubinden. An dieser Stelle sei der Grossfamilie
Mathis, insbesondere unserer lieben Ellen, für die Gastfreundschaft ganz herzlich
gedankt.
Im folgenden seien die wichtigsten Tätigkeiten des vergangenen Jahres in Erinnerung
gerufen:
Im Februar befassten wir uns mit dem Werkhof-Neubau, der in einigen Punkten nicht
unumstritten war; wir beschlossen aber die Ja-Parole und die Vorlage kam auch ohne
Probleme beim Stimmbürger durch.
Im März beschäftigte uns die neue Erschliessungsstrasse im Reckholdernquartier, die
Verlängerung der Hinterwiesenstrasse. Sie wurde völlig überdimensioniert geplant würde
absolut unerwünschten Verkehr ans Seeufer anziehen. Viele Anstösser erhoben Einsprache,
doch unsere von Urs Gessner vorgebrachten Argumente fanden kaum Gehör. Die Sache ist
wegen Rekursen noch hängig.
Ein anderes bauliches Unterfangen, das uns aufhorchen und intervenieren liess, waren die
Pläne der Firma Fatzer AG. Unsere wichtigste Frage war: Will die Firma über den Aufkauf
von Immobilien das Industrieareal vergrössern? Die anfängliche Gesprächsbereitschaft
seitens der Geschäftsleitung verebbte schnell wieder, was für uns heisst, dass wir am
Ball bleiben.
Einen ganz anderen Schwerpunkt setzten wir mit der Forderung um verbesserte Integration
von Ausländerinnen und Ausländern. Nachdem wir anfangs Jahr mit unseren Anträgen beim
Gemeinderat einen Teil-Erfolg errungen hatten, widmeten wir das Bulletin im Mai ganz
diesem Thema. Dabei kamen auch Stimmen zu Wort, die nicht direkt dem Grünen Forum
angehörten. Wir meinen: eine gelungene Sache! Im Dezember dann fand die erste Sitzung der
vom Gemeinderat eingesetzten Arbeitsgruppe statt. Diese beschäftigt sich hauptsächlich
mit unserer Forderung, in Romanshorn einen Integrationsverantwortlichen einzusetzen.
Unsere Seite wird offiziell durch mich und zusätzlich inoffiziell durch Kurt Riederer als
Vertreter der Ausländergruppe der kath. Pfarrei vertreten.
Vor den Sommerferien kamen die Arbeiten der Planungsgruppe Hafenareal, in welcher
ebenfalls ich selber Einsitz hatte, zum Abschluss. Hier wurden die grundlegenden Ziele und
Bedingungen formuliert, wie sich das Areal um den Hafen weiterentwickeln soll. Viele
unserer Anliegen konnten direkt in der Planungsgruppe oder dann über das
Vernehmlassungsverfahren eingebracht werden. Stichworte dazu: Flaniermeile dem Quai
entlang, Durchlässigkeit des Güterschuppenareals, Verkehrsberuhigung der Hafenstrasse,
neues Parkierungskonzept, Umnutzung der diversen Gebäudekomplexe etc. Dass das Thema von
starkem allgemeinem Interesse ist, zeigte eine äusserst erfolgreiche Podiumsveranstaltung
im November unter der Leitung von Peter Eberle. Prominente Persönlichkeiten, darunter der
Frontman der Harbour Vision AG, Herr G. Fischer, diskutierten vor allem auch die Frage, ob
sich die Gemeinde aktiver als Investor auf dem Güterschuppenareal verhatlen solle.
Bereits über längere Zeit war eine Arbeitsgruppe der Gemeinde mit der Frage
beschäftigt, ob in Romanshorn die Einführung eines Gemeindeparlamentes Sinn machen
würde. Durch den Einsitz von Daniel Anthenien waren wir von Anfang an kompetent
informiert und in die Diskussion eingebunden. Nicht erstaunlich, dass das Grüne Forum
dann im Herbst auch die erste Ortspartei war, die öffentlich Stellung bezog und sich
gegen das Gemeindeparlament aussprach - alle anderen Parteien mit Ausnahme der SP folgten
mehr oder weniger unserer Argumentation!
Der Herbst war für viele von uns eine kämpferische und intensive Zeit: es ging um die
Regierungsrats-Kandidatur von Silvia Schwyter, die ja sehr stark mit den Grünen
Romanshorn verbunden ist. Hanspeter Heeb war direkt, Maya Iseli als langjährige
Gefährtin indirekt PR-Berater von Silvia und viele von uns setzten sich in
verschiedenster Form tatkräftig für sie ein. Entsprechend erfreut waren wir nach dem
ersten, aber umso enttäuschter nach dem 2. Wahlgang. Eine würdige Wahlfeier in
Frauenfeld konnte die Gemüter jedoch einigermassen besänftigen. Und als dann ein
Ueberblick über die Wahlergebnisse zeigte, dass Romanshorn die einzige Zentrumsgemeinde
im Kanton war, wo Silvia Schwyter eine Mehrheit erreichte, waren wir doch wieder ganz
zufrieden! Leider konnten wir diesen Elan nicht umsetzen auf die Ebene der
Gemeinderatswahlen. Gegen Ende Jahr wurden sehr viele mögliche Kandidatinnen und
Kandidaten angefragt mit dem Ziel, einen zweiten Sitz, wenn möglich durch eine Frau, im
Gemeinderat erobern zu können. Niemand liess sich überreden, sodass das Grüne Forum mit
Peter Eberle zwar nur einen, dafür aber einen sehr guten und bewährten Kandidaten für
die Wahlen im Februar 2003 portierte.
Abschliessend sei allen gedankt, die das Forum mit ihrer Präsenz und ihren Beiträgen
an den monatlichen Sitzungen belebten. Der Dank gebührt aber auch allen anderen Grünen
und Sympathisanten, welche die Anliegen und Vorstösse der Kerngruppe - in welcher Form
auch immer - unterstützen!
Romanshorn, im Februar 2003 / Urs Oberholzer-Roth, Präsident Grünes Forum Romanshorn |