GRÜNES FORUM ROMANSHORN

17 JAHRE NACH TSCHERNOBYL: 26. April 2003

MANIFEST

Was wäre, wenn ...

... die Neandertaler radioaktiven Abfall in diesen gelben Würfeln entsorgt hätten? Er wäre immer noch gefährlich und würde noch bis 102'000 n.Chr. strahlen und könnte Krebs und Missbildungen auslösen.

... die Bevölkerung zur Atommüll-Lagerung nichts zu sagen hätte: Die Betreiber der Atommüll-Endlagerung könnten ohne Mitentscheidungsrechte der Bevölkerung Abfalldeponien vor unseren Türen bauen - und wir Konsumenten müssten sie über die Stromrechnung erst noch bezahlen!

... der Supergau von Tschernobyl vor heute genau 17 Jahren, als der Atomreaktor durch gewaltige Explosionen auseinandergerissen wurde, sich in der Schweiz ereignet hätte: die ganze Fläche der CH wäre stark verseucht. 400'000 Menschen mussten damals umgesiedelt werden, die Zahl der Todesopfer wird bis auf 250'000 geschätzt, über eine halbe Mio Menschen wurden stark verstrahlt. Noch heute leiden Tausende an den Spätfolgen.

... ein vergleichbarer Unfall in der Schweiz passieren würde, in einem Land, das deutlich dichter besiedelt ist? Der menschliche Schaden wäre um ein beängstigendes Mass höher. Beznau 1 läuft seit 1969 als das weltweit einzige und älteste Atomkraftwerk dieser Bauart ohne Befristung der Betriebszeit und wird von externen Fachstellen überhaupt nicht mehr als so sicher beurteilt!

... wir Schweizer bei der Atomenergie bleiben würden? Wir wären bald eine atomare Insel in Europa: Dänemark, Griechenland, Irland, Luxemburg und Portugal sind noch nie in die Atomenergie eingestiegen; Oesterreich kennt seit 1978 ein Atomsperrgesetz und hat Hainburg gebaut, aber nie in Betrieb gesetzt; seit 1990 haben sich folgende Länder für den Atomausstieg entschieden: Italien, Holland, Spanien, Schweden, Belgien und Deutschland; auch Grossbritannien setzt nicht länger auf Atomenergie, sondern auf den massiven Ausbau von erneuerbaren Energien!

... wir die Atomkraftwerke abschalten würden? Wir würden nicht im Dunkeln sitzen, denn wir haben netto 40% zuviel Strom. Wir können heute per Saldo Strom exportieren, da der Eigenbedarf die Eigenproduktion nicht zu decken vermag!

... wenn im Jahre 2014 alle Schweizer Atomkraftwerke still stehen würden? Der Strom fliesst weiter, rund um die Uhr. Stromsparlampen, sonnengewärmtes Wasser, energieeffiziente Geräte in Büro und Haushalt sind Standard. Kleine Biogas-Heizkraftwerde produzieren lautlos Strom in unseren Kellern. Durch gut isolierte Hauswände und Fenster geht nur noch wenig Wärme verloren, auf den Dächern produzieren Photovoltaik-Anlagen mit Sonnenlicht 50 mal mehr Strom als anno 2003. Nach dem Ja zu "Strom ohne Atom" im Jahre 2003 haben sich Hunderte von innovativen Unternehmungen auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien spezialisiert. Neue Arbeitsplätze sind in grosser Zahl entstanden. Die 250'000 verschwenderischen Elektroheizungen aus dem letzten Jahrhundert sind durch komfortable Holzheizungen und effiziente Wärmepumpen ersetzt worden.

... wir unseren Kindern keine Atommüll-Lager zumuten würden? Wir würden alle gewinnen: mit mehr Sicherheit, mehr Energieeffizienz, mehr Natur, mehr Arbeitsplätzen und mehr Klimaschutz!

Damit sich Tschernobyl definitiv nicht wiederholt: Wir stimmen am 18. Mai ...

... Ja zur Initiative "Strom ohne Atom"!

... Ja zur Initiative "Moratorium Plus"!

Romanshorn, im April 2003 / U. Oberholzer-Roth

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17 JAHRE NACH TSCHERNOBYL: 26. April 2003

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Romanshorn, im April 2003 / U. Oberholzer-Roth

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