Liegt das Geld tatsächlich auf der Strasse?


In einer Demokratie darf man verschiedener Meinung sein. Die Demokratie lebt von der Vielfalt der Meinungen und von der fairen Auseinandersetzung. Es geht deshalb nicht an, dass Leute mit einer anderen Meinung öffentlich blossgestellt oder lächerlich gemacht werden. Schon gar nicht, wenn sich eine solche Person verschiedentlich für die Öffentlichkeit engagiert hat und sich für das Gemeinwohl einsetzt. So geschehen mit Hanspeter Heeb, der von Peter Fischer - immerhin Vize-Gemeindeammann - in einem Seeblick-Leserbrief als unkompetent bezichtigt wird, weil er sich erlaubt hat, die Finanzierung der beiden Strassenbauvorhaben T 14 und Südumfahrung von Kreuzlingen kritisch zu hinterfragen.
Das Grüne Forum verurteilt deutlich den arroganten und diffamierenden Ton dieses Leserbriefes. Hanspeter Heeb hat sich die Mühe genommen, seriös zu recherchieren, wie der nachgelieferte zweite Beitrag im Seeblick vom vergangenen Freitag zeigt. Dass er mit seinen Argumenten die Strassenbau-Befürworter auf dem falschen Fuss erwischt, kann ihm nicht angelastet werden.


In der Tat ist die Finanzierung der Strassen nicht gesichert. Wir haben vom gleichen Gemeinderat schon verschiedentlich gehört, dass das Geld durchaus nicht auf der Strasse liege, und jetzt soll es plötzlich das kleinste aller Probleme sein…

Für unsere Kritik an den 650 Millionen (ohne weitere Unterhalts- und Folgekosten notabene!) gibt es verschiedene Gründe:

1. Laut dem Bundesamt für Strassen können im Moment für Projekte wie der T14 keine Beiträge zugesichert werden. Die grossen Agglomerationen in der Schweiz werden künftig den grössten Teil dieser Mittel verschlingen.


2. Der Kanton hat schon jetzt zuwenig Geld in der Strassenkasse und möchte deshalb die Motorfahrzeugsteuern erhöhen. Diese Erhöhung muss aber zuerst noch vom Volk genehmigt werden, was erfahrungsgemäss schwierig sein wird.


3. Die Aussage von Regierungsrat Hans Peter Ruprecht, dass "aus heutiger Sicht gesehen die Gemeinden nicht zur Mitfinanzierung herangezogen werden", lässt berechtigte Zweifel aufkommen, ob nicht doch am Schluss die Gemeinden zur Kasse gebeten werden. Die Politiker können heute leicht derartige mündliche Versprechungen machen, für die sie ja dann in 20 Jahren nicht mehr gerade stehen müssen.


Das Grüne Forum hofft auf einen fairen Abstimmungskampf!

Romanshorn, 14. August 2005
Grünes Forum Romanshorn, Urs Oberholzer-Roth, Präsident



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